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Hebammen im Landkreis fördern

Strukturelle Veränderungen in der Geburtshilfe und zunehmende Auflagen in der Freiberuflichkeit der Hebammen haben dazu geführt, dass die Anzahl der tätigen Hebammen im Landkreis Northeim dramatisch zurückgegangen ist. Darunter leidet besonders die häusliche und ambulante Versorgung der Familien nach der Geburt und im ersten Lebensjahr. Der Bedarf der Mütter und Familien kann nicht mehr gedeckt werden. Viele Familien suchen eine Betreuung vergebens. Betreute Familien müssen auf Leistungen verzichten, damit sich die Kapazität der Hebammen auf mehr Familien verteilt, was zu Lasten der angestrebten und geforderten Qualität der Versorgung geht.

 

Für einen gelungenen Familienstart und eine stabile Mutter-Kind-Bindung hat sich die individuelle Hebammenbetreuung als unersetzbar bewiesen. Die gesundheitliche und

pflegerische Versorgung der Wöchnerin, der stillenden Frau und des Säuglings wird durch keine andere Berufsgruppe geleistet. Die frühen Entlassungen aus den Geburtskliniken setzen eine nachfolgende ambulante Versorgung der Mütter und Kinder voraus, insbesondere nach operativen Eingriffen und Kinderklinikaufenthalten.

 

Die Kapazitäten der wenigen Familienhebammen des Landkreises werden zurzeit auf die Familien mit besonderem Betreuungsbedarf verteilt, nachdem die reguläre

Hebammenbetreuung nach 12 Wochen beendet ist. Ihre Anzahl reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Durch den Verlust von geburtshilflichen Abteilungen in den Kliniken hat der Landkreis Northeim auch eine größere Anzahl Hebammen in diesem Bereich verloren.

 

Wir sind gemeinsam mit unserem Kooperationspartner der SPD-Kreistagsfraktion der Auffassung, dass Strukturen auf regionaler Ebene entwickelt werden müssen, um die Situation der Hebammenversorgung im Landkreis Northeim zu verbessern. Dazu gehört, Bedarf und Deckungslücke zu erfassen sowie die Vermittlung von freien Ressourcen. Wichtig ist außerdem eine Angebotssteigerung durch die Beratung von Hebammen und Geburtshelfern bei Aufnahme oder Wiederaufnahme der Berufstätigkeit im Sinne einer Existenzgründerberatung.

 

Die Geburtshilfe ist keine kommunale Aufgabe, dennoch wird diese Frage zunehmend zum Standortfaktor. Deswegen wollen wir hier, ähnlich wie andere Gebietskörperschaften tätig werden. Wir machen uns dafür stark, dass unter Einbeziehung der betroffenen Berufsgruppe und ggf. der benachbarten Landkreise ein Konzept für eine langfristig tragfähige kommunal geförderte Hebammenzentrale im Landkreis Northeim erarbeitet wird, in der die Vermittlung und weitere Aufgaben wie zum Beispiel die Netzwerkarbeit wahrgenommen wird. Um Hebammen und Entbindungshelfer langfristig an eine Tätigkeit im Landkreis Northeim und in der Region zu binden, werden wir auch durch die Kreisverwaltung prüfen lassen, inwiefern ein Konzept zur finanziellen Unterstützung bei der Existenzgründung und bei der Wahrnehmung der Pflichtfortbildungen realisierbar ist.

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