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Inklusion in Niedersachsen steht vor dem Scheitern - Landesregierung muss Gesamtkonzept und deutlich mehr Mittel bereitstellen

„Inzwischen sprechen sich selbst die Eltern von inklusiv beschulten Kindern in Niedersachsen gegen die Inklusion aus wie sie derzeit praktiziert wird. Viele dieser Eltern haben lange dafür gekämpft, dass ihre Kinder die Regelschule besuchen können und nun sind viele von ihnen maßlos enttäuscht und wünschen sich das alte System zurück“, fasst Christian Grascha, Abgeordneter der FDP im  Niedersächsischen Landtag,  zusammen.

„Warum“, fragt die Sprecherin für Schulpolitik der Landkreis FDP, Dr. Marion Villmar-Doebeling, „zieht die Landesregierung ein Programm durch, das keine wirkliche Substanz hat? Inklusion soll allen zu Gute kommen, aber in der derzeitigen Form zerreißt es viele der Beteiligten. “ Ideologie sollte aus Sicht der FDP auch im Niedersächsischen Landtag nicht länger das Zugpferd für schlecht gemachte Schulpolitik sein. Grascha und Villmar-Doebeling können nicht nachvollziehen, warum weniger Sonderpädagogen eingestellt werden als nach der Berechnung des zuständigen Ministeriums notwendig seien. Da nämlich viel zu wenige Sonderpädagogen überhaupt ausgebildet werden, müsse die derzeitige Umsetzung der Inklusion schnellstmöglich verändert  werden.  „Es kann nicht sein, dass aus ideologischen Gründen ein kompletter Systemwechsel vorgenommen wird ohne die dafür notwendigen Ressourcen zu besitzen“, hebt Villmar-Doebeling hervor und stellt deshalb folgende Fragen: „ Ist es wirklich ausreichend in den Grundschulen eine sonderpädagogische Grundversorgung von zwei Stunden anzusetzen und diese Lehrkräfte auch noch zwischen verschiedenen Schulen in einem Ort oder in der Fläche pendeln zu lassen? Ist die Doppelzählung von inklusiv beschulten Kindern tatsächlich ein sinnvolles Mittel zur Ermittlung von Klassengrößen und Belastungsgrenzen insbesondere für die Lehrkräfte? Ist es für den Aufbau von Freundschaften im Klassenverband förderlich, wenn ein Kind den ganzen Tag einen Schulbegleiter neben sich hat?“ Die Freien Demokraten Grascha und Villmar-Doebeling beantworten diese Fragen mit einem klaren ´nein`.

Die FDP im Landkreis fordert deshalb dringend tragfähige Konzepte, die allen Beteiligten die notwendige Unterstützung bereitstellen. „Wir fordern  deshalb den Aufbau von Förderschulzentren in kreisfreien Städten, die zukünftig sowohl für Sonderpädagogen als auch für Eltern zur zentralen Anlaufstelle werden. Ebenso ist die Ausbildung für Lehrkräfte und die Entwicklung von Kooperationsklassen in diesen Förderzentren professionell anzusiedeln. Auf diese Weise kann dann Inklusion  auch gelingen; und zwar mit Augenmaß, Behutsamkeit und bester Förderung für die Kinder “, so Grascha und Villmar-Doebeling abschließend.

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